Hintergründe und Methode
Was ist ein ILEK überhaupt?
Ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) ist ein strategischer Handlungsleitfaden für Gemeinden, die sich dazu entschlossen haben, über ihre eigenen Gemeindegrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Es dient als eine Art „Masterplan“ oder Fahrplan für die kommenden Jahre.
Ziel eines ILEKs ist es, gemeinsame Herausforderungen im ländlichen Raum – wie beispielsweise den demographischen Wandel, die Sicherung der Nahversorgung, den Klimawandel oder die wirtschaftliche Entwicklung – nicht mehr nur lokal, sondern gebündelt und effizienter anzugehen. Das Konzept zeigt Stärken und Schwächen auf, definiert konkrete Handlungsfelder und legt gemeinsame Leitprojekte fest. Zudem ist ein aktuelles ILEK die zentrale Voraussetzung, um Fördermittel (zum Beispiel vom Amt für Ländliche Entwicklung) für interkommunale Projekte abrufen zu können.
Die ILEK-Fortschreibung in der Region Rothenburg ob der Tauber
Seit dem Jahr 2017 arbeiten die elf Kommunen Adelshofen, Buch a. Wald, Markt Colmberg, Gebsattel, Geslau, Insingen, Neusitz, Ohrenbach, Stadt Rothenburg o.d.T., Steinsfeld und Windelsbach als „Region Rothenburg ob der Tauber“ als sogenannte Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) erfolgreich zusammen.
Die elf Kommunen haben bereits vielfältige Instrumente der Ländlichen Entwicklung genutzt, wodurch sich die Lebensqualität im ILE-Gebiet spürbar verbessert hat. Da sich Rahmenbedingungen stetig ändern, wurde die Umsetzung des ursprünglichen ILEKs aus dem Jahr 2017 im Jahr 2021 durch eine Zwischenevaluierung überprüft und im Jahr 2025 umfassend fortgeschrieben.
Den Grundstein für diese Fortschreibung legte eine zweitägige Fortführungsevaluierung Anfang 2024 in der Schule für Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim. Dort wurde die Arbeit der vergangenen Jahre reflektiert, die bestehenden Ziele wurden überprüft und neue Weichen gestellt, um die zukünftige Entwicklung der Region aktiv zu gestalten. Fachlich begleitet wurde die Region dabei durch das Planungsbüro PLANWERK Stadtentwicklung aus Nürnberg sowie das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken.
Hier finden Sie das aktuelle ILEK der ILE Region Rothenburg o.d.T. : ILEK
Methoden, Projektablauf und Bürgerbeteiligung
Die Erstellung des neuen Konzepts basierte auf einem mehrstufigen und transparenten Beteiligungsprozess. Gesteuert wurde dieser von der ILE-Umsetzungsbegleitung sowie einer Lenkungsgruppe (bestehend aus den Bürgermeister:innen, der LAG Region an der Romantischen Straße und dem ALE Mittelfranken). Um ein Konzept zu erarbeiten, das wirklich den Bedürfnissen der Region entspricht, wurden lokale Akteure und die Bürgerschaft durch folgende Bausteine aktiv eingebunden:
Fachgespräche mit regionalen Initiativen (Herbst 2024): In digitalen Formaten tauschten sich Vertreter:innen des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken, des Tourismusverbands Romantisches Franken, der Wirtschaftsförderung des Landkreises Ansbach sowie der IHK Ansbach zu Themen wie Wirtschaft, Innenentwicklung, Tourismus sowie Klima und Nachhaltigkeit aus.
Themenspezifische Arbeitskreise (Anfang/Mitte 2025):
Um Schwerpunkte in der Tiefe zu bearbeiten, fanden vier moderierte Arbeitskreise (AK) statt:
- AK „Energie, Klima und Landnutzung“: Hier wurden bestehende Maßnahmen vertieft und neue Potenziale zum Thema Klima erarbeitet.
- AK „Produktvermarktung, regionale Wertschöpfungskette“: Diese hybride Veranstaltung richtete sich speziell an Direktvermarkter:innen (inkl. Fachvortrag zu Verkaufsautomaten).
- AK „Zukunft der Vereine“: Ausgehend vom großen Interesse am Thema Ehrenamt wurden hier nach einem Impulsvortrag Strategien zur Mitgliedergewinnung und Stärkung lokaler Vereine diskutiert.
- AK „Der Bürgerbus – Gemeinsam unterwegs“: Vorstellung des aktuellen Standes des neuen kostenlosen Nahverkehrsangebots und gezielte Gewinnung von Ehrenamtlichen für den Betrieb.
Öffentliches Regionalforum (März 2025): Diese zentrale Beteiligungsveranstaltung richtete sich direkt an die Bürgerschaft des gesamten ILE-Gebiets und fand bei der TSG Geslau statt. An moderierten Themenecken konnten die Anwesenden Stärken, Schwächen und Projektideen zusammentragen. Abschließend priorisierten die Bürgerinnen und Bürger die Handlungsfelder, wobei der Bereich „Daseinsvorsorge und Mobilität“ das größte Gewicht erhielt.
Finaler Maßnahmenworkshop der Lenkungsgruppe (Juli 2025): In der Lenkungsgruppensitzung wurden die aus der Bürgerschaft und den Arbeitskreisen gesammelten Maßnahmen von den Mitgliedern anhand von Klebepunkten endgültig in die Prioritäten „Top“, „hoch“ und „mittel“ eingestuft.
Das ILEK zeigt den gemeinsamen Handlungsbedarf in Form überörtlicher Projekte auf. Darüber hinaus gibt es Hinweise für den örtlichen Handlungsbedarf. Die Erstellung des ILEK wird durch das Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken gefördert. Detaillierte Informationen zur Förderung im ländlichen Raum finden sich unter www.landentwicklung.bayern.de.

