Herausforderung: der „Donut-Effekt“

Vom Donut zum Krapfen – Ein Sinnbild der Innenentwicklung

Ein Donut ist ein „ringförmiges, in schwimmendem Fett gebackenes, süßes Hefegebäckstück“. Durch die Ringstruktur entsteht ein visuell ansprechendes Äußeres um eine Mitte gähnender Leere. Der Donut spiegelt – im übertragenen Sinn – die Situation zahlreicher Städte und Dörfer im ländlichen Raum wieder: Dort findet oftmals eine Abwertung des Kernbereiches der Siedlungen statt, wodurch sich Leerstände in den Ortsmitten und zu hoher Flächenverbrauch am Ortsrand als Probleme ergeben. Der Wunsch nach modernem Wohnraum mit großzügigen Wohnflächen sowie rationelle Wirtschaftsbedingungen fördern die nahezu ausschließliche Siedlungsentwicklung im Außenbereich. Dieser Zustand wird durch den demographischen Wandel zusätzlich begünstigt und vorangetrieben: So mussten Städte und Kommunen im peripheren Raum in den letzten Jahrzehnten hohe Bevölkerungsverluste hinnehmen. Vor allem die jungen Generationen wandern dem ländlichen Raum und den Dörfern ab, was eine höhere Altersstruktur bewirkt und Probleme der Daseinsvorsorge mit sich bringt. Zudem stehen, bedingt durch die Abwanderungen, vermehrt Gebäude leer und Versorgungs- und Infrastruktureinrichtungen werden aufgegeben.

Um einerseits das Ziel eines lebendigen Dorfes mit florierendem Kern und andererseits auch den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen erreichen zu können, gilt in Bayern der Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“. Nach dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten muss ein weitgehender Verzicht auf Ausweisungen neuer Wohn- und Gewerbegebiete und stattdessen die Nutzung und Revitalisierung von Innenentwicklungspotenzialen stattfinden. Eine Aufwertung der Ortskerne findet jedoch nicht nur durch das Ausschöpfen der Innenentwicklungspotenziale und bauliche Maßnahmen statt. Die Bund-Länderarbeitsgemeinschaft „Nachhaltige Landentwicklung“ hebt die Bedeutung einer „sozialen Dorfentwicklung“ hervor. Diese soll zukünftig mehr Gewicht erhalten. Erweiterungen sind auch im Fördergrundsatz der Integrierten Ländlichen Entwicklung im GAK-Rahmenplan vorgesehen. Ein Aspekt betriff hier die „[…] Schaffung, Erhaltung und de[n] Ausbau sonstiger auf das dörfliche Sozialleben bezogener Infrastruktureinrichtungen“.

Freiwillig zu Regionen „Integrierter Ländlicher Entwicklung“ zusammengeschlossene Gemeinden verfolgen unterschiedliche Arbeitsweisen und Konzepte, um ihre Ortskerne vor dem Verfall zu bewahren und die Entwicklung des Innenortes zu fördern. Um die Fülle an Konzepten und die darin enthaltenen potenziell umsetzbaren Maßnahmen sowie deren Umsetzungserfolge sichtbar zu machen, wurde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in Kooperation mit der ILE-Region Rothenburg ob der Tauber eine Bachelorarbeit verfasst. Dafür wurden in drei ausgewählte ILE-Regionen Frankens Konzepte und Maßnahmen untersucht und Gespräche mit verschiedenen institutionellen Vertretern geführt.

Die Inhalte der Arbeit können Sie in zusammengefasster Form auf den folgenden Seiten oder auch in unserem Kompendium nachlesen.

 

Alle Informationen finden Sie außerdem in gebündelter Form in unserem Kompendium, das Sie → hier in unserem Download-Bereich herunter laden können.