Konzeptrealisierung

Konzeptrealisierung im Innenentwicklungsprozess

Der Weg von der Konzeption zur Umsetzung von Maßnahmen folgt einem Prozess. Zu dessen Beginn steht ein Auslöser in Form eines Bedarfes in der Innentwicklung, wie die Erkenntnis über den Ortskernverfall und eine notwendige Revitalisierung. Auf dieser Basis wird dann ein Konzept ausgearbeitet, welches Innenentwicklung als Handlungsfeld festlegt. Leitlinien und Ziele, die Gestaltung von Maßnahmen und deren Umsetzungsstrategie orientieren sich an den bestehenden Bedürfnissen. Die Maßnahmen, denen man sich auf Allianz- und Gemeindeebene bedient, sind häufig nach Prioritäten hierarchisiert.

Die Maßnahmen und ihre Umsetzung lassen sich in fünf Kategorien gliedern:

  • Nicht-umgesetzte konzipierte Maßnahmen,
  • Geänderte konzipierte Maßnahmen,
  • Umgesetzte konzipierte Maßnahmen,
  • Umgesetzte konzeptfreie Maßnahmen und
  • Folgemaßnahmen (Folgemaßnahmen ergeben sich aus den, sich verändernden und neu entstehenden Bedarfen, die sich aus der Umsetzung von Maßnahmen ergeben).

Innenentwicklung ist also als ein fortwährender Prozess anzusehen. Nach gelungener Umsetzung von Maßnahmen gilt die Prävention neuer Leerstände oder eines späteren, erneuten Ortskernverfalls. Darüber hinaus gilt es zu beachten, dass Maßnahmen häufig parallel oder in Überschneidungen umgesetzt werden.

Realisierung konzipierter Maßnahmen

Innerhalb von Konzepten, wie zum Beispiel dem ILEK, geplante Maßnahmen werden in der Praxis unterschiedlich nah an ihrer Konzeption umgesetzt.

Die Umsetzung von Maßnahmen orientiert sich insbesondere dann sehr eng am Konzept, wenn die Aspekte einer hohen Bedarfsorientierung, einer finanziellen Umsetzbarkeit und das Vorhandensein bereitwilliger Akteure (in unterschiedlich starken Ausprägungen) zusammentrafen.

Die Umsetzung erfolgt nur teilweise oder in geringerem Ausmaß, z.B. bei fehlenden finanziellen Mitteln oder der zeitgleichen Umsetzung anderer, höherer priorisierter Maßnahmen. Jedoch ist hier eine spätere Intensivierung oder Ausarbeitung möglich.

Konzipierte Maßnahmen können in der Praxis auch durch alternative Aktivitäten ersetzt werden. Diese haben in der Regel die gleiche Zielsetzung, sind jedoch anders ausgestaltet und damit möglicherweise einfacher oder kostengünstiger umzusetzen oder werden im Vergleich als sinnvoller erachtet.

Gründe für die Nicht-Realisierung konzipierter Maßnahmen

Die Nicht-Realisierung von, in Konzepten festgeschriebenen, Maßnahmen liegt in verschiedenen Faktoren begründet. Eine wichtige Rolle spielt die Realitätsnähe der Maßnahme und ihre Priorisierung im Vergleich zu anderen geplanten Projekten. Zudem kann eine Umsetzung von Maßnahmen bereits auf anderen Ebenen stattgefunden haben und ist schließlich nicht mehr notwendig bzw. bereits erfüllt.

Manche Maßnahmen verlieren auch durch nachfolgende Änderungen oder Projekte ihre Bedeutung. Auch fehlende Fördermittel und Gelder können zu einer Nicht-Durchführung von konzipierten Maßnahmen führen.

Die Basis einer Realisierung von Maßnahmen sind die Akteure: Ist keine Bereitschaft, Verfügbarkeit oder Handlungsmöglichkeit ihrerseits gegeben, scheitern Maßnahmen von vornherein. Durch Bürgerbeteiligungen, ehrenamtliches Engagement oder basisdemokratische Prozesse kann die Umsetzung von Maßnahmen erschwert werden. Auch Informationslücken bei den Akteuren, eine fehlende Aufklärung und mangelnde Kooperationsbereitschaft, hauptsächlich in der Bürgerschaft, erschwert die Innenentwicklungsarbeit.

Weitere Hürden und Einschränkungen ergeben sich aus Bürokratie und langen Entscheidungswegen.

Maßnahmen außerhalb von Konzepten und Folgeaktivitäten

Maßnahmen können auch außerhalb eines Konzeptes entstehen und realisiert werden. Ein Beispiel ist die Satzung über das besondere Vorkaufrechts mit einem erweiterten Beschluss der Gemeinde Oberthulba (s.u.). Solche Satzungen sind Instrumente der kommunalen Bauleitplanung und daher nicht in Konzepten oder Innenentwicklungsstrategien festgeschrieben.

Schaffen Maßnahmen eine gelungene Entwicklung der Ortskerne, so ergeben sich neue Rahmenbedingungen und Bedürfnisse, die aufgrund ihrer Unvorhersehbarkeit nicht in Strategiepapieren ausgearbeitet werden konnten. Ist oder wird ein Ortskern erfolgreich revitalisiert, sollte die Prävention eines zukünftig erneuten Verfalls erfolgen, sowie eine Anpassung des Ortes an, unter Umständen veränderte Rahmenbedingungen erfolgen.

(Eigene Darstellung in Anlehnung an STMLF 2005: 23)